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Verkehrsunfall bei Unterzucker: Und jetzt?


Wie verhalten sich Diabetiker am besten, wenn sie mit einer Unterzuckerung in einen Unfall verwickelt wurden? Anwalt Jürgen Peitz gibt Tipps.
Verkehrsunfall mit Unterzuckerung: Diabetes erwähnen?
Herr Peitz, wie verhält man sich am besten, wenn man unterzuckert in einen Unfall verwickelt wurde?
Ich rate dazu, der Polizei nichts vom Unterzucker und vom Diabetes zu sagen, auch nicht auf Nachfragen. Man hat das Recht, die Aussage zu verweigern. Gibt man eine Unterzuckerung als mögliche Unfallursache an, meldet die Polizei das der Verkehrsbehörde. Das tut sie auch, wenn sie Verdacht schöpft, etwa weil Traubenzucker oder ein Blutzucker-Messgerät sichtbar im Auto liegen.
Was passiert, wenn die Verkehrsbehörde vom Diabetes erfährt?
Sie verlangt ein ärztliches Gutachten über die Fahr­tauglichkeit. Es kostet einige Hundert Euro. Darüber hinaus kann das Strafgericht die Fahrerlaubnis vorläufig entziehen.
Wird die Unterzuckerung als Unfallursache nachgewiesen sowie mindestens Fahrlässigkeit des Fahrers, drohen ein Strafverfahren wegen Straßenverkehrsgefährdung und eine Geldstrafe. Fahrlässig wäre etwa, dass man vor Fahrtantritt seinen Blutzucker nicht kontrolliert hat. In Ausnahmefällen, etwa bei schweren Verletzungen des Unfallgegners und besonders rücksichtslosem Verhalten, kann auch eine Freiheitsstrafe verhängt werden.
Kann es auch Probleme mit der Versicherung geben?
Ja, wenn die Versicherung etwa durch einen Polizeibericht erfährt, dass der Unfall durch eine Unter­zuckerung verursacht wurde. Die Haftpflicht übernimmt dann zwar den Schaden des Unfallgegners, kann sich aber bis zu 5.000 Euro vom Versicherten zurückholen. Die Vollkasko kann bei grob fahrlässigem Verhalten die Leis­tung ganz oder teilweise verweigern.
Was wäre „grob fahrlässig“?
Zum Beispiel, dass man sich entgegen dem ärztlichen Rat ans Steuer gesetzt hat. Oder trotz Unterzucker los- oder weitergefahren ist. Auch um einen solchen Verdacht auszuschließen, ist es wichtig, vor der Fahrt den Blutzucker zu messen und den Wert samt eventuell gegessener Kohlenhydratmenge zu dokumentieren. Vor allem nach schweren Unfällen sollte man einen Anwalt einschalten.

Quelle: Daniela Pichleritsch / Diabetes Ratgeber; aktualisiert am 23.06.2014, erstellt am 19.06.2014
 

 

Typ-2-Diabetes: Spritzen und gleich essen

Das Leben von Diabetikern ist stark reglementiert. Dies betrifft nicht nur die Nahrungsmittel selbst, auch der zeitliche Ablauf - messen, spritzen, warten, essen - ist streng getaktet. Eine neue Studie verspricht nun Erleichterung für den Alltag zuckerkranker Menschen.
Der Studie zufolge könnten Typ-2-Diabetiker gleich nach dem Spritzen von Normalinsulin mit dem Essen beginnen, ohne dass der Blutzuckerspiegel zu stark ansteigt. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Jena (UKJ), die untersucht hatten, wie sich ein zeitlicher Abstand zwischen der Injektion von Humaninsulin und einer Mahlzeit bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 auswirkt. Ihr Ergebnis: Der Langzeitwert HbA1c schwankte um 0,08 Prozent und blieb damit nahezu konstant, unabhängig davon, ob gewartet oder gleich gegessen wurde. Das Blutzuckerprofil und Anzeichen für eine leichte Unterzuckerung blieben ebenfalls von der Wartezeit unbeeinflusst, berichten die Forscher online in der Zeitschrift Diabetes Care. Diese Ergebnisse widersprechen bisherigen Empfehlungen, die nach dem Spritzen in jedem Fall einen zeitlichen Abstand von 20 bis 30 Minuten zur Mahlzeit vorsehen.
Für Diabetes-Patienten würde dies das Alltagsleben mit der Erkrankung deutlich erleichtern. In der Studie zeigte sich, dass eine große Mehrheit der Teilnehmer lieber auf den Spritz-Ess-Abstand verzichten würde. Ohne Pause seien die Probanden deutlich zufriedener mit der Behandlung gewesen, so Studienleiterin Nicolle Müller. Ein Umstand, der sich auch positiv auf die Therapietreue auswirken kann.

Quelle: http://care.diabetesjournals.org/content/early/2013/01/15/dc12-1694.abstract

 

Zahnfleischentzündung (Parodontitis) ist bei Diabetikern häufig und verschlechtert die Stoffwechsellage

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen eine eindeutige Wechselbeziehung von Diabetes mellitus und Zahnfleischentzündung. So haben Menschen mit Diabetes ein dreifach erhöhtes Risiko an Parodontitis zu erkranken. Umgekehrt erschwert eine bestehende Parodontitis die gute Stoffwechseleinstellung und führt über die Verschlechterung der Insulinresistenz sogar zum verfrühten Auftreten von Diabetes. Auf diese Zusammenhänge haben die Deutsche Diabetes Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie in einer gemeinsamen Presseerklärung hingewiesen.
Demnach muss neben den bekannten Gefäßschäden, Augen-, Nieren-und Nervenerkrankungen auch die Parodontitis als Folgeerkrankung eines schlecht eingestellten Diabetes mellitus eingeschätzt werden. Zahnärzte sollten deshalb nach Auffassung des aktuellen Präsidenten der DDG Prof. Eberhardt Siegel in das TEAM der Spezialisten integriert werden, die sich um die ganzheitliche Behandlung von Diabetespatienten kümmern sollten.
Als Konsequenz sollten sich Menschen mit Diabetes um eine besonders sorgfältige Zahnpflege kümmern mit mindestens zweimal Zähneputzen tgl. (nach dem Frühstück und zur Nacht). Bei Anzeichen einer Zahnfleischentzündung – wie Zahnfleischblutung, schlechten Mundgeruch, Zahnfleischschwund , freiliegenden Zahnhälsen – sollte unbedingt der Zahnarzt aufgesucht werden. Dieser wird neben einer professionellen Zahnreinigung u.U. eine chirurgische Sanierung der Entzündungsherde oder Antibiotikumbehandlung durchführen müssen.
Parodontitis ist auch in der Allgemeinbevölkerung mit 15 – 20 % häufig. Sie resultiert aus einer chronischen Mischinfektion des Zahnfleisches mit verschiedenen Bakterien. Bei Diabetikern korreliert die sondierbare Tiefe von Zahnfleischtaschen mit dem HbA1c, nach effektiver Behandlung der Paradontitis sank bei den Betroffenen nach Auswertung in Metastudien der HbA1c-Wert ohne sonstige Therapieänderung im Schnitt um 0.4%. Dies entspricht in der Regel dem Wert, der durch ein zusätzliches Medikament erreicht werden kann, und dies nur durch Sanierung der Zahnfleischentzündung.

Quelle: Pressemitteilung DGParo und DDG 10/13

 

Diabetes im Beruf - Neuer Leitfaden

2,8 Millionen Menschen mit Diabetes im Jahr 2020 werden im erwerbsfähigen Alter sein. Ein neuer "Leitfaden für Betriebsärzte zu Diabetes und Beruf", den die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) zusammen mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV) entwickelt, soll bei der beruflichen Orientierung helfen. So wird u.a. Stellung genommen zu Fragen, wie: Welche Berufe beinhalten besondere Risiken? Wie kann die Arbeitsfähigkeit von Diabetespatienten erhalten werden?  Wie können Arbeitgeber zu einer sachgerechten Bewertung kommen?
Dabei ermahnt der Verband die Betriebsärzte, die Eignung von Bewerbern mit Diabetes nicht pauschal und nicht zu vorschnell zu verneinen. In vielen Fällen sei durch entsprechende Anpassung der Therapie, Schulung und Selbstkontrolle eine gute Kompensation möglich. Generell gilt, dass Menschen mit Diabetes bei ihrer Berufswahl nicht benachteiligt werden dürfen. Nur wenige Tätigkeiten, bei denen die Betroffenen sich möglicherweise selbst oder andere besonders gefährden, können vorübergehend oder auf Dauer nicht ausgeübt werden, wenn eine Neigung zu schweren Unterzuckerungen besteht, bei denen sich der Arbeitnehmer nicht mehr selbst helfen kann. Pro Jahr erleiden aber nur etwa zehn Prozent der insulinbehandelten Patienten solche schweren Hypoglykämien, die durch Angehörige oder einen Arzt behandelt werden müssen. Ein erhöhtes Unterzuckerungsrisiko besteht bei solchen Berufen, die eine jederzeitige Nahrungsaufnahme verhindern, z.B. bedingt durch Schutzkleidung oder großen Zeitdruck wie bei Rettungseinsätzen. Eine Fremdgefährdung durch ausgeprägte Hypoglykämieneigung  besteht in Berufen, die mit einer Überwachungsfunktion oder Gefahrensituationen verbunden sind. Im medizinischen Bereich sind davon z.B. Chirurgen oder Krankenpflegepersonal betroffen. Spezielle Wahrnehmungstrainings können helfen, Gefahrensituationen zu vermeiden. Der neue Leitfaden kann auf eine verantwortungsvollere Begutachtungspraxis hinwirken. Wenn ein Betriebsarzt diese fachlich abgesicherten Empfehlungen außer Acht lässt, muss er  mit Schadensersatzforderungen rechnen.
 
Quellen:  Ärzte Zeitung
 

 

Diabetiker im Straßenverkehr: Rechtliche Situation durch neue EU-Führerscheinrichtlinie nicht verändert

Seit 01. Januar 2013 sind weitere Regelungen der 3. EU-Führerscheinrichtlinie Richtlinie 2006/126/EG in Kraft getreten, die Neuregelungen betreffen aber vor allem die Einführung eines neuen Führerscheinmodells.
In der Richtlinie wurden auch die Anforderungen konkretisiert, ob und unter welchen Voraussetzungen Menschen mit Diabetes am Straßenverkehr teilnehmen dürfen.
Die diesbezüglichen Regelungen finden allerdings bereits seit 2010 Anwendung: Ein Patient mit Diabetes ist nicht (mehr) zur Führung eines Kraftfahrzeuges geeignet, wenn es innerhalb von zwölf Monaten zu mehr als einer schweren Unterzuckerung mit Fremdhilfe gekommen ist. Hierunter wird eine schwere Stoffwechselentgleisung verstanden, welche der Betroffene nicht mehr aus eigener Kraft beheben beziehungsweise behandeln kann.
Im Klartext: wer also innerhalb eines Jahres mindestens zwei Mal aufgrund einer Unterzuckerung fremdhilfebedürftig war, gilt (bis auf Weiteres) als nicht mehr fahrtauglich. Dies entspricht insoweit grundsätzlich auch der schon früher geltenden Rechtslage: Patienten, die nicht in der Lage sind, zuverlässig und rechtzeitig Unterzuckerungssituationen zu erkennen und diese selbständig zu beheben, müssen als nicht (mehr) kraftfahrtauglich angesehen werden.
Aus diesem Grund sind Behandler gehalten, bei entsprechenden Patienten einen Hinweis auf die potentielle Fahruntauglichkeit zu geben beziehungsweise zu einer verkehrsmedizinischen Abklärung zu raten.
Im Ergebnis besteht derzeit also keine Veranlassung für dahingehende Ängste, dass die Fahreignung von Menschen mit Diabetes generell in Frage stünde oder sich die rechtliche Situation für kraftfahrende Diabetiker nachteilig verändert habe.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass betroffene Patienten nach Wiedererlangung der Fahrtauglichkeit auch wieder Fahrzeuge führen dürfen. Wer nicht mehr im Besitz der erforderlichen Fahrerlaubnis ist, kann diese neu beantragen. Die Fahrtauglichkeit liegt in der Regel dann wieder vor, wenn Unterzuckerungen rechtzeitig und zuverlässig erkannt werden können. Dies kann möglicherweise durch Teilnahme an einem Hypoglykämiewahrnehmungstraining (BGAT) , durch Therapieänderung oder durch Umstellung auf andere Medikationen oder Insuline erreicht werden.

Quellen: http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/stellungnahmen/stellungsnahme-detailansicht/article/stellungnahme-der-deutschen-diabetes-gesellschaft-ausschuss-soziales-fahreignung-bei-diabetes.html?cHash=f47f3503286dd5a99d0da121868558fc

 

Stevia: Nicht gesünder als andere Zuckerersatzstoffe

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) nahm Ende Februar in einer Pressemitteilung Stellung zu „Stevia“. Damit wurde eine weitere Grundlage geschaffen für die Beratung von Menschen mit Diabetes über dieses natürliche Süßungsmittel, das in Europa zunehmend angeboten und empfohlen wird.Die Pflanze „Stevia rebaudiana“ (auch Süßkraut“ und „Honigkraut“ genannt) stammt ursprünglich aus Südamerika. Dort wurde sie schon seit Jahrhunderten als Süßungsmittel und als Medizin angewandt. Vor ihrer „Entdeckung“ für den europäischen Nutzer wurde sie viele Jahre in Asien zum Süßen von Tees verwendet.Der große Vorteil: Stevia ist energiefrei, jedoch zweihundert- bis dreihundertfach süßer als Zucker. Damit steht Stevia in einer Reihe mit anderen verbreiteten Süßungsmitteln, wie Aspartam, Acesulfam, Neotam, Saccharin und Sucralose und ist auch wie diese nach aktuellem Kenntnisstand nicht krebserregend. Stevia ist nach Mitteilung der DDG nicht kariesfördernd, schädigt nicht das Erbgut und stört auch nicht die Fruchtbarkeit oder Entwicklung des Ungeborenen.Der Verzehr von Steviolglycosiden - dem Inhaltsstoff von Stevia – gilt bei Einhaltung der duldbaren Tagesdosis (ADI) von vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag als unbedenklich, berechnet als Stevioläquivalente. Ob die Gefahr einer Überdosierung besteht, sei derzeit noch ungeklärt.Das Fazit der Diabetes Gesellschaft (DDG): Seit der Entfernung von Diabetikerprodukten aus dem Handel gelte, dass alle gesunden Lebensmittel grundsätzlich gleichermaßen geeignet seien für Diabetespatienten wie für Nicht-Diabetespatienten. „Stevia ist eine weitere Alternative zu Zucker, die keine Kalorien erhält“, ...“Nicht mehr und nicht weniger.“
Seit Dezember 2011 ist in der Europäischen Union als Süßungsmittel unter der Bezeichnung „Lebensmittelzusatzstoff E 960“ zugelassen.

Quellen: http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/pressemeldungen/

 

Dapaglifloxin, ein neues Medikament zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2

Im Dezember 2012 wurde mit Dapaglifloxin (Forxiga) ein Medikament zur Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 zugelassen, welches die Fähigkeiten der Niere den Blutzucker zu regulieren, als Wirkprinzip benutzt. In der Niere befinden sich kleine Filter (Glomeruli), die größere Moleküle, wie die Eiweiße, im Blut zurückhalten. Der Blutzucker wird zunächst komplett filtriert und nicht durch die Glomeruli zurückgehalten. Über die Glomeruli wird viel mehr Harn produziert, als später ausgeschieden wird. Hinter jedem Filter findet sich ein Sammelröhrchen. Aus diesem Sammelröhrchen wird der überwiegende Anteil des Primärharns wieder aufgenommen. In diesen Sammelröhrchen finden sich auch aktive Transporter, die den Zucker wieder aufnehmen. Nur wenn sich zu viel Zucker im Primärharn befindet, sind diese Transporter überfordert und der Zucker erscheint im Urin. Es gibt zwei verschiedene Transporter SGLT2 und SGLT1 (aus dem Englischen: sodium-glucose linked transporter = Natrium-abhängiger Glukosetransporter). SGLT2 befindet sich in den oberen Abschnitten der Sammelröhrchen und entfernt aus diesen 90 % den primär- filtrierten Zucker. Die weiteren 10 % des Zuckers werden von SGLT1 in den unteren Abschnitten der Sammelröhrchen wieder aufgenommen.
Dapaglifloxin hemmt den Zuckertransporter SGLT2. Dadurch wird weniger Zucker durch die Niere wieder aufgenommen, und statt dessen über den Urin ausgeschieden. Durch die vermehrte Ausscheidung sinkt der Blutzuckerspiegel. Die Folge ist, dass die Blutzuckerspiegel niedriger werden und bei Patienten mit Diabetes mellitus die Einstellung verbessert wird. Da die Patienten gleichzeitig über den ausgeschiedenen Zucker Kalorien verlieren, nehmen Sie an Gewicht ab.
Mit Dapaglifloxin steht damit ein neues Diabetesmedikament zur Verfügung, das einen anderen Angriffspunkt als die bisher zur Therapie angewandten Medikamente hat.

Quellen: Diabetes

 

Schwerbehindertenrecht: Therapieaufwand ist nicht allein maßgeblich für die Schwere einer Behinderung

Menschen mit Diabetes müssen zum Erhalt eines Schwerbehindertenausweises erhebliche Einschnitte in die Lebensführung nachweisenUm Benachteiligungen im Alltag auszugleichen, können schwerbehinderte Menschen berufliche und finanzielle Vorteile in Anspruch nehmen. Dazu gehören ein besonderer Kündigungsschutz, Zusatzurlaub, die Möglichkeit einer vorzeitigen Altersrente sowie Steuervorteile. Menschen mit Diabetes können die Feststellung des Schwerbehindertenstatus beim Versorgungsamt beantragen. Dort wird geprüft, ob die Voraussetzungen vorliegen.Die Versorgungsmedizin-Verordnung lässt dabei jedoch durchaus Interpretationsspielräume zu. Nach dem Wortlaut der Vorschrift ist erforderlich, dass die Patienten durch erhebliche Einschnitte gravierend in ihrer Lebensführung beeinträchtigt sein müssen.„Nicht selten wird irrtümlich behauptet, dass allein der hohe Therapieaufwand bei Diabetes für den Schwerbehindertenausweis ausreiche“, sagt Rechtsanwalt Oliver Ebert, Vorsitzender des Ausschuss Soziales der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „Werden die zusätzlich bestehenden Voraussetzungen jedoch nicht nachgewiesen, dann wird der Antrag oftmals abgelehnt“, so Ebert weiter. Das Bundessozialgericht hat dies in einer aktuellen Entscheidung nun nochmals klargestellt: Allein der Aufwand für Messen und Spritzen reicht nicht aus, um als schwerbehindert anerkannt zu werden.Zwar liegen die geforderten Voraussetzungen bei Menschen mit Diabetes Typ 1, insbesondere Kindern und Jugendlichen, meist vor. Doch „Fehler bei der Antragsstellung führen oftmals dazu, dass der für einen Schwerbehindertenausweis benötigte Grad der Behinderung nicht zuerkannt wird oder das Verfahren sich erheblich in die Länge zieht“, betont Oliver Ebert. Ein Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis sollte daher gemeinsam mit dem behandelnden Arzt gründlich vorbereitet und detailliert begründet werden. „Antragsteller sollten den Therapieaufwand über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten belegen und möglichst umfassend schildern, inwieweit sie durch den Diabetes in ihrer Lebensführung beeinträchtigt sind“, rät der Jurist.
 
Quellen: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

 

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